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Schnarchtherapie und Schlafmedizin – Von Schnarchen bis Schlafapnoe (OSAS)
Schnarchen ist nicht immer harmlos
Für Schlafapnoe München ist unsere HNO-Praxis am Promenadeplatz Ihr kompetenter Ansprechpartner in Diagnostik und Therapie. Schnarchen wird häufig unterschätzt und oft nur als störendes Geräusch wahrgenommen. Tatsächlich kann hinter dem Schnarchen jedoch eine behandlungsbedürftige schlafbezogene Atmungsstörung stehen.
Als Schnarchen (Rhonchopathie) werden Atemgeräusche bezeichnet, die während des Schlafes durch Schwingungen der Weichteile im Bereich der oberen Atemwege entstehen. Betroffen sein können unter anderem das Gaumensegel, das Zäpfchen, die Rachenweichteile, der Zungengrundbereich und die seitlichen Rachenwände.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
- zunehmendes Alter
- Übergewicht
- männliches Geschlecht
- eingeschränkte Nasenatmung
- anatomische Engstellen im Bereich der oberen Atemwege
- Alkohol oder bestimmte Medikamente vor dem Schlafengehen
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 40–45 % der Erwachsenen regelmäßig oder zeitweise schnarchen. Da Schnarchen häufig mehrere Ursachen hat, ist eine gezielte HNO-ärztliche und schlafmedizinische Diagnostik sinnvoll.
Primäres Schnarchen – häufig störend, meist medizinisch unbedenklich
Die meisten Betroffenen leiden am sogenannten primären Schnarchen. Hier bleiben die Atemwege offen und es bestehen keine relevanten Atemaussetzer oder Sauerstoffabfälle.
Dennoch kann das Schnarchen zu erheblichen Einschränkungen führen:
- gestörter Schlaf des Partners
- verminderte Schlafqualität
- Tagesmüdigkeit
- soziale und partnerschaftliche Belastungen
Je nach Ursache kommen konservative oder operative Therapieverfahren infrage.
Upper-Airway-Resistance-Syndrom (UARS)
Zwischen dem primären Schnarchen und einer ausgeprägten Schlafapnoe liegt das sogenannte Upper-Airway-Resistance-Syndrom (UARS). Hier entstehen erhöhte Atemwiderstände der oberen Atemwege ohne ausgeprägte Atemstillstände.
Typische Beschwerden können ein nicht erholsamer Schlaf, morgendliche Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, reduzierte Leistungsfähigkeit und Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer sein. Auch diese Form sollte schlafmedizinisch abgeklärt werden.
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
Kommt es zusätzlich zu wiederholten Atemstillständen oder relevanten Atemflussminderungen während des Schlafes, spricht man vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). Durch den zeitweisen Kollaps der oberen Atemwege können Sauerstoffabfälle, wiederholte Weckreaktionen (Arousals), gestörter Tiefschlaf, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit und Sekundenschlaf auftreten.
Eine unbehandelte Schlafapnoe wird mit einem erhöhten Risiko für folgende Begleiterkrankungen assoziiert:
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Herzrhythmusstörungen
- Schlaganfall
- Stoffwechselstörungen
Wenn Sie oder Ihr Partner lautes Schnarchen, beobachtete Atempausen, ausgeprägte Tagesmüdigkeit oder nächtliche Unruhe feststellen, sollte eine schlafmedizinische Abklärung erfolgen.
Diagnostik bei Schlafapnoe München
Die Diagnostik erfolgt individuell und umfasst je nach Befund eine ausführliche HNO-ärztliche Untersuchung der Nasenatmung und Nasennebenhöhlen, eine Beurteilung von Gaumensegel und Rachenstrukturen, eine Untersuchung des Zungengrundes, eine Beurteilung möglicher Engstellen der oberen Atemwege sowie eine orientierende Untersuchung des Kauapparates und der Kieferstellung.
Ergänzende Diagnostik:
- Allergiediagnostik bei Verdacht auf behinderte Nasenatmung
- Lungenfunktionsdiagnostik bei entsprechender Fragestellung
- ambulante Polygraphie
- weiterführende Polysomnographie im Schlaflabor
Zur weiterführenden Diagnostik und Therapie arbeiten wir unter anderem mit dem Schlaflabor ProSomno zusammen.
Therapie des Schnarchens und der Schlafapnoe
Mein Ziel ist eine individuell angepasste und möglichst schonende Therapie auf Grundlage der jeweiligen Ursache und des Schweregrades.
Konservative Maßnahmen Je nach Befund können bereits einfache Maßnahmen zu einer deutlichen Verbesserung führen:
- Gewichtsreduktion
- Verbesserung der Schlafposition
- Optimierung der Nasenatmung
- Behandlung allergischer Erkrankungen
- Anpassung schlafhygienischer Faktoren
- Vermeidung alkoholischer Getränke vor dem Schlafengehen
Unterkieferprotrusionsschiene (UPS / Schnarchschiene) Ein besonderer Schwerpunkt ist die Versorgung mit Unterkieferprotrusionsschienen (UPS) – auch Schnarchschienen oder Protrusionsschienen genannt. Diese individuell angepassten Schienen verlagern den Unterkiefer während des Schlafes kontrolliert nach vorne. Dadurch kann eine Stabilisierung der oberen Atemwege erreicht und das Kollabieren reduziert werden.
Die Therapie eignet sich insbesondere bei:
- primärem Schnarchen
- leichtem bis mittelgradigem OSAS
- ausgewählten Patienten mit CPAP-Unverträglichkeit
Die Versorgung erfolgt in Zusammenarbeit mit spezialisierten zahntechnischen Laboren, welche auf die Herstellung schlafmedizinischer Protrusionsschienen spezialisiert sind. Nach entsprechender Diagnostik und HNO-ärztlicher Beurteilung begleite ich die Anpassung und Therapieplanung persönlich.
Wichtiger Hinweis: Die Versorgung mit Protrusionsschienen wird in unserer Praxis derzeit ausschließlich als Selbstzahlerleistung angeboten und individuell geplant.
Apparative Therapie und operative Verfahren Je nach Befund können zusätzlich eine CPAP-Therapie, weiterführende schlafmedizinische Behandlungen oder operative Maßnahmen im Bereich von Nase, Gaumensegel oder oberen Atemwegen erforderlich sein. Die Therapie richtet sich immer nach Ursache, Schweregrad und den individuellen Beschwerden.
Meine Erfahrung in der Schlafmedizin und Schnarchtherapie
Die Diagnostik und Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen gehört seit mehr als 10 Jahren zu meinen fachlichen Schwerpunkten. Durch die schlafmedizinische Ausbildung (BUB-Kurs) sowie die langjährige Tätigkeit im Bereich der HNO-Schlafmedizin, der Schnarchdiagnostik, der Polygraphie und der Versorgung mit Unterkieferprotrusionsschienen erfolgt die Behandlung auf Basis moderner diagnostischer und therapeutischer Konzepte.
Die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Dentallaboren und schlafmedizinischen Partnern ermöglicht eine individuell abgestimmte Versorgung.
Häufige Fragen zur Schnarchtherapie (FAQ)
Wann sollte Schnarchen ärztlich untersucht werden? Eine schlafmedizinische Abklärung ist sinnvoll bei lautem oder zunehmendem Schnarchen, beobachteten Atempausen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, morgendlichen Kopfschmerzen, nicht erholsamem Schlaf, nächtlichem Erwachen oder Luftnot sowie erhöhtem Blutdruck, insbesondere bei nächtlichen Blutdruckspitzen.
Auch moderne digitale Hilfsmittel können heute erste Hinweise auf mögliche schlafbezogene Atmungsstörungen liefern. Hierzu zählen beispielsweise Smartwatches, Smart Rings, Schlaftracker, Schnarch-Apps und smartphone-basierte Schlafanalysen. Einige Systeme erfassen unter anderem Schnarchgeräusche, Herzfrequenzverläufe, Sauerstoffsättigungen, Bewegungsmuster und Schlafphasenveränderungen.
Wiederholt auffällige Ergebnisse – beispielsweise Hinweise auf nächtliche Sauerstoffabfälle, vermehrte Weckreaktionen oder ausgeprägtes Schnarchen – können Hinweise auf eine relevante schlafbezogene Atmungsstörung wie ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) geben, müssen dies jedoch nicht zwangsläufig bedeuten.
Wichtig ist: Smartwatches, Smart Rings und Schlaf-Apps ersetzen keine medizinische Diagnostik. Eine HNO-ärztliche Untersuchung sowie gegebenenfalls eine Polygraphie oder Polysomnographie bleiben weiterhin erforderlich.
Besonders bei der Kombination aus Schnarchen, Tagesmüdigkeit, Atempausen und auffälligen Wearable- oder App-Daten empfiehlt sich eine weiterführende Diagnostik.
Hilft eine Protrusionsschiene gegen Schlafapnoe? Ja. Bei ausgewählten Patienten kann eine Unterkieferprotrusionsschiene eine wirksame Therapie darstellen – insbesondere bei primärem Schnarchen, leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe und in geeigneten Fällen bei CPAP-Unverträglichkeit. Nicht jeder Patient eignet sich für diese Therapie. Deshalb erfolgt zuvor eine schlafmedizinische Diagnostik.
Wird die Protrusionsschiene von der Krankenkasse übernommen? Die Versorgung mit Protrusionsschienen wird in unserer Praxis derzeit als Selbstzahlerleistung angeboten. Vor Beginn erfolgt eine individuelle HNO-ärztliche Beratung sowie die Abstimmung mit spezialisierten Dentallaboren.
Grundsätzlich kann die Versorgung mit einer Unterkieferprotrusionsschiene unter bestimmten Voraussetzungen bei gesetzlich versicherten Patienten auch eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen sein, insbesondere bei ausgewählten Formen der obstruktiven Schlafapnoe und nach entsprechender schlafmedizinischer Diagnostik. Diese Versorgung wird jedoch in unserer Praxis derzeit nicht als GKV-Leistung angeboten.
Was ist der Unterschied zwischen Schnarchen und Schlafapnoe? Beim primären Schnarchen bleiben die Atemwege grundsätzlich offen. Bei der Schlafapnoe treten wiederholt Atemstillstände oder relevante Atemflussminderungen auf. Diese können zu Sauerstoffabfällen, gestörtem Schlaf und Tagesmüdigkeit führen.
Ist Schnarchen immer harmlos? Nein. Häufig liegt zwar ein medizinisch unbedenkliches primäres Schnarchen vor. Hinter dem Schnarchen können jedoch auch Erkrankungen wie UARS (Upper-Airway-Resistance-Syndrom), obstruktive Schlafapnoe (OSAS) und relevante Engstellen der oberen Atemwege stehen. Eine gezielte Diagnostik hilft dabei, harmlose von behandlungsbedürftigen Ursachen zu unterscheiden.
Weiterführende Links
Dtsch. Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung
www.dgsm.de
ProSomno • Klinik für Schlafmedizin, München – Weinstraße 4
www.prosomno.de
Deutsche Restless Legs Vereinigung
www.restless-legs.org
Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin
www.dgsz.de
Somnomed
www.somnomed.com/de/patienten/

